Durch die zunehmende Erderwärmung kommt es zu einem Anstieg des Meeresspiegels. Zwei Hauptgründe hierfür sind die thermische Ausweitung des Meerwassers sowie das rasante Schmelzen von Gletschern.
Der vierte Klimabericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) von 2007 prognostiziert einen Temperaturanstieg zwischen 1,1 und 6,40 Grad Celsius für das kommende Jahrhundert. Dies wird zwangsläufig eine Reduktion des Eises mit sich bringen. Als Ergebnis könnte sich der Meeresspiegel bis 2100 um 10 bis 23 Inches erhöhen.
Ein Drittel der Weltbevölkerung lebt nur 50 km von der Küste entfernt, viele Menschen sogar noch weniger. Schon ein mäβiger Anstieg des Meeresspiegels könnte tiefliegende Gebiete überschwemmen, die Verbreitung küstennaher Feuchtgebiete beschleunigen und die Umsiedlung ganzer Gemeinden und Infrastrukturen erzwingen.
Noch steht nicht fest, wie schnell das Eis schmelzen wird. Wenn aber das Eis Grönlands sowie das Eis in der westlichen und östlichen Antarktik schmilzt, würde das allein ausreichen, um den Meeresspiegel um etwa 65 Meter zu erhöhen. Die EPA (US Environmental Protection Agency) schätzt, dass ein 2-Fuβ hoher Anstieg des Meeresspiegels 10.000 Quadratmeter an Land ausradieren würde. Allein eine Erhöhung des Meeresspiegels um einen Fuβ kann eine Vernichtung von 200 Fuβ an Küstengebiet bedeuten. Das IPCC zeigte auβerdem auf, dass sich bis 2080 aufgrund des Anstiegs des Meeresspiegels bis zu 33 Prozent der Feuchtgebiete in Küstennähe in Wasserflächen umgewandeln könnten.
Man geht davon aus, dass der Anstieg des Meeresspiegels die Küstenstädte verletzlicher gegenüber extremen Witterungsverhältnissen (wie Hurrikanen) macht sowie bestimmte Ökosysteme wie Feuchtgebiete oder Mangrovenwälder zerstört. Durch einen steigenden Meeresspiegel werden tiefliegenden Gebiet überschwämmt, Küstengebiete unterspült, Überflutungen verschärft und der Salzgehalt von Flussmündungen und des Grundwassers erhöht. Vor allem Inseln sind dem Anstieg des Meeresspiegels ausgesetzt. Sie werden zunehmend mit dem Problem konfrontiert, dass sie über immer weniger Trinkwasser verfügen, da zunehmend Salzwasser eindringt. Mindestens 300 Millionen Menschen leben in tiefliegenden Küstengebiete und in der Umgebung von Flussdelta. Sie sind daher besonders von dem ansteigenden Meeresspiegel bedroht. Einige Entwicklungsländer sind besonders betroffen, da sie in besonders tiefliegenden Gebieten liegen und nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung haben, um auf den Meeresspiegelanstieg zu reagieren. Am meisten bedroht sind Länder mit einer sehr hohen Bevölkerung in Deltagebieten (Küstengegend) wie Bangladesh, Vietnam, China und Ägypten.
Die Philippinen und Indonesien haben Millionen Einwohner, die die Umsiedlung aufgrund des anssteigenden Mehresspiegels fürchten müssen. Mehrere kleine Inselstaaten wie die Malediven im Indischen Ozean oder die Marshallinseln sowie Tuvalu im Pazifik könnten vollständig ausgelöscht werden, wenn der Anstieg des Meeresspiegels weiter zunimmt.